Neulich saß mir in einem Erstgespräch eine Beraterin gegenüber, die wirklich alles ausprobiert hatte. Sie hatte Flyer verteilt, bei Hebammenpraxen, Frauenärztinnen und Kinderärzten angerufen, überall Aushänge gemacht und sogar eine Anzeige in der Zeitung geschaltet. Nichts davon hatte funktioniert. Irgendwann fragte sie mich ganz frustriert: Juli, gibt es überhaupt Beraterinnen, die das schaffen?

Die Antwort ist ein klares Ja. Aber ihre nächste Frage hat mich lange beschäftigt: Was machen die eigentlich anders? Haben die mehr Zeit? Mehr Ausbildungen? Weniger Konkurrenz? Oder einfach einen reichen Mann im Hintergrund?

Ich habe inzwischen fast 400 Beraterinnen in meinen Kursen und Coachings begleitet. Zeit für ein ehrliches Resümee.

Lieber die ausführliche Podcastfolge dazu anhören?


Ja, es gibt Beraterinnen, die von ihrer Beratung leben

Wenn du meinen Podcast schon länger hörst, kennst du viele von ihnen: Ute in Folge 120, Carina in den Folgen 112 und 113, Antje in Folge 79, Steffi in Folge 61, Ginny in Folge 39 und eine weitere Steffi in Folge 22. Manche leben komplett von ihrer Selbstständigkeit, andere behalten bewusst ein paar Stunden in ihrem Hauptjob und verdienen mit der Beratung so gut dazu, dass sie ihre Stunden reduzieren konnten. Alle haben sich ihr Leben so eingerichtet, dass es zu ihnen passt. Und alle haben bei null angefangen.

Ich will dir aber auch nichts vormachen: Ich habe auch Beraterinnen begleitet, die danach zurück in eine Festanstellung gegangen sind. Eine von ihnen hat mir erzählt, dass sie unendlich dankbar ist, es ausprobiert zu haben. Sonst hätte sie sich ihr Leben lang gefragt, was gewesen wäre. Das Gelernte war nicht umsonst, und sie hat sich danach sogar auf eine Stelle beworben, die sie sich vorher nie zugetraut hätte. Auch das ist ein Erfolg. Die Mehrheit meiner Beraterinnen bleibt aber in der Selbstständigkeit, und viele werden richtig erfolgreich. Das unterscheidet sie:

1. Sie haben ein starkes Warum

Ohne ein starkes Warum bleibst du nicht dran. Mit einem starken Warum ist es dagegen fast egal, was kommt, weil du weißt, wofür du das alles machst. Das hat auch Ute im Interview in Folge 120 so schön beschrieben.

Mein eigenes Warum ist Selbstbestimmung. Während ich diese Folge aufgenommen habe, war Freitag, die Kinder hatten schulfrei, ich hatte ausgeschlafen, wir haben in Ruhe gefrühstückt, und ich saß mit nassen Haaren vorm Mikro. Kein Chef, der fragt, warum ich heute so spät anfange. Lange dachte ich, mein wichtigster Wert sei Sicherheit. Heute weiß ich: Es ist Selbstbestimmung über meine Zeit und meine Aufgaben, und dazu Abwechslung, weil ich wiederkehrende Routineaufgaben hasse.

Dieses Warum gilt aber nicht nur für mich. Ich habe so viele großartige Frauen kennengelernt, die hervorragend ausgebildet sind und Familien helfen, aber nicht wissen, wie sie ihre Arbeit in ein Einkommen verwandeln. Dabei zu helfen, ist mein Beitrag.

Warum eigenes Geld für Frauen so wichtig ist

Für mich hat das auch eine feministische Seite. Mich hat die Serie „The Handmaid's Tale“ sehr beeindruckt, eine Dystopie, in der Frauen Schritt für Schritt ihre Rechte verlieren und völlig von Männern abhängig gemacht werden. Beim Schauen denkst du: So etwas kann hier nicht passieren. Und dann schaust du in die Weltpolitik und siehst, wie schnell Frauenrechte an manchen Orten wieder eingeschränkt werden. Das macht mir ehrlich gesagt Angst.

Umso wichtiger finde ich es, dass wir Frauen uns etwas Eigenes aufbauen und eigenes Geld verdienen, und zwar richtig. Schon heute gilt etwa jede fünfte Frau ab 65 als armutsgefährdet, oft weil sie jahrelang in Teilzeit gearbeitet, die Kinder großgezogen hat oder plötzlich allein dastand. Dabei ist deine Arbeit mit Familien genauso wertvoll wie jede andere.

Ich denke dabei gern an die Szene, in der Elsa in „Die Eiskönigin“ endlich ihre Handschuhe auszieht und ihre Kräfte zeigt. So viele Frauen verstecken ihre Fähigkeiten. Meine Aufgabe sehe ich darin, dich zu ermutigen, deine Handschuhe auszuziehen.

2. Sie haben vollen Fokus auf einen Bereich

Erfolgreiche Beraterinnen machen nicht alles gleichzeitig. Steffi zum Beispiel setzt voll auf Marketing vor Ort. Sie ist mit allen vernetzt, hat sich von einem Nein nie abhalten lassen und bekommt heute viele Empfehlungen. Ginny hat ihren kompletten Fokus auf Instagram gelegt, hat inzwischen über 28.000 Follower und verkauft dort ihre Stillkurse und Beratungen. Und Carina konzentriert sich mittlerweile ganz auf die Ausbildung anderer Beraterinnen.

Auch ich muss daran immer wieder arbeiten. Ich habe gerade Facebook, TikTok, Threads und LinkedIn von meinem Handy gelöscht und fast allen Mitbewerberinnen entfolgt. Mein Fokus liegt auf Instagram und E-Mail-Marketing, und meine Kurse habe ich auf ein einziges Programm reduziert.

Viele Beraterinnen springen von einem Kurs zum nächsten und lassen sich von hunderttausend Meinungen beeinflussen. Das funktioniert nicht. Meistere erst einen Bereich und nimm dann den nächsten dazu. Gerade wenn du neurodivergent bist, ist Fokus ein Gut, das du gut beschützen solltest.

3. Sie werden sichtbar

Alle Beraterinnen, die es geschafft haben, hatten Angst vor dem ersten Instagram-Beitrag, dem ersten TikTok-Video oder dem Moment, als ihre Website online ging. Sie sind trotzdem sichtbar geworden. Wenn du dich nicht traust, über deine Arbeit zu sprechen, auf welchem Kanal auch immer, wird es nichts.

Eltern müssen wissen, dass es dich gibt. Und du musst nicht warten, bis du deine fünfzigste Fortbildung abgeschlossen hast. Am Anfang folgen dir vielleicht zehn Menschen, und es ist nicht schlimm, wenn mal etwas schiefgeht. Viele erfolgreiche Beraterinnen bauen irgendwann zusätzlich eine E-Mail-Liste auf. Deshalb habe ich das Thema E-Mail-Marketing am Ende auch in mein Programm aufgenommen: Wenn du eine Mail schreibst und daraufhin Buchungen reinkommen, hast du gewonnen.

4. Sie gehen den Weg nicht allein

Das klingt vielleicht hart, aber keine der erfolgreichen Beraterinnen, mit denen ich gesprochen habe, hat es allein geschafft. Alle haben sich irgendwann Unterstützung im Marketing geholt. Und das ist logisch: Ausbildungsinstitute legen ihren Schwerpunkt auf die Fachausbildung. Marketing kommt dort höchstens am Rande vor.

Ich dachte selbst lange, ich schaffe das schon allein. Heute kann ich gar nicht mehr zählen, wie viele Marketingcoachings, Weiterbildungen und Mentorings ich gemacht habe. Nur deshalb habe ich heute ein Business, auf dessen Einnahmen ich mich verlassen kann, und konnte sogar auswandern.

5. Sie arbeiten wirklich daran

Das will ich nicht verschweigen: Erfolgreiche Beraterinnen setzen sich hin und setzen um, statt nur zu planen und Inhalte zu konsumieren. Manchmal höre ich: Vormittags Kinder fertig machen, dann der Hauptjob, nachmittags Kita-Abholung, abends Einschlafbegleitung. Ganz ehrlich: Wenn du dir nirgendwo ein Zeitfenster schaffst, bleibt die Beratung ein bezahltes Hobby.

Das heißt nicht, dass erfolgreiche Beraterinnen mehr Zeit haben. Sie haben genauso Kinder, Jobs und Verpflichtungen. Aber sie suchen sich die Lücken, etwa eine Stunde am Abend oder den Samstagvormittag. Ich habe am Anfang selbst viele Wochenenden durchgearbeitet.

Gleichzeitig gilt: Deine Gesundheit geht vor. Wenn du merkst, dass du kurz vor dem Burnout stehst, fahr runter. Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass das kein Spaß ist. Vielleicht ist dann gerade nicht der richtige Zeitpunkt, oder es muss sich erst etwas anderes in deinem Leben ändern. Und klar: Wer Mitte 20 ist, keine Kinder hat und den ganzen Tag nur am Business arbeiten kann, kommt vielleicht schneller voran. Dein Weg dauert eventuell länger, aber du kannst es schaffen.

6. Sie bleiben dran, auch wenn es schwierig wird

Ich lerne meine Kundinnen sehr persönlich kennen, und es saßen auch schon Beraterinnen weinend vor mir, weil gerade alles zu viel war. Gerade wer im sozialen Bereich arbeitet, hat oft einen sehr belastenden Hauptjob. Die Erfolgreichen bleiben trotzdem dran, auch wenn es in manchen Wochen nur kleine Schritte sind. Zwei Instagram-Beiträge in einer Woche sind besser als keiner.

Viele von uns denken in Alles oder Nichts. Ich ertappe mich selbst dabei. Aber das funktioniert nicht jede Woche. Wichtig ist, dass du bei einem Hindernis nicht sagst: Ich schmeiß alles hin. Sondern: Okay, das ist das Problem, und jetzt suche ich eine Lösung.

Auch erfolgreiche Beraterinnen haben Rückschläge. Ginny hat zum Beispiel offen erzählt, wie sie nach einem Brief vom Finanzamt alles hinschmeißen wollte. Ich hatte solche Phasen früher auch. Solche Tage hat jede. Der Unterschied ist, dass die Erfolgreichen am nächsten Tag weitermachen.

Mehr Talent, mehr Zeit oder ein reicher Mann gehören nicht dazu. Ich begleite auch alleinerziehende Beraterinnen, die es schaffen.

Und jetzt du

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Hey, ich bin Juli!

Zehn Jahre war ich Lehrerin und hab mir nebenher meine Selbstständigkeit aufgebaut, bis ich 2023 ganz ins eigene Business gewechselt bin.

Heute bin ich Marketing-Mentorin für Beraterinnen und zeige dir hier, wie du Eltern als Kund:innen gewinnst

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